mich erreichen regelmässig viele Anfragen von Menschen, die persönliche Themen mit sich herumtragen und Unterstützung benötigen. oft kommen diese von Frauen, aber auch von einigen Männern.

ich fühle mich geehrt, wenn Menschen den Mut finden so delikate und persönlichen Themen mit mir zu teilen. manche das erste Mal in ihrem Leben.

deren Anfragen sind gehaltvoll und es erfordert von mir, mich voll hinein zu begeben. ich muss mich diesem persönlichen Thema öffnen. einen sicheren und guten Stand haben. uneingeschränkt für diesen Menschen da sein. mit meiner vollen Präsenz.
statt einer rasch-knappen Ja und Nein Antwort – einen Dialog zu eröffnen.

eine Stunde tiefe, gezielte Arbeit gibt mir die Möglichkeit den Raum für sie zu schaffen, um hinein zu sehen was genau anliegt. manchmal genügt es mir ihrem Atem zu lauschen.
sie wiederum haben die Gelegenheit offen auf meine Fragen zu antworten – das was eben aufkommt, wenn man miteinander arbeitet.

wenn ich so ein persönliches Gespräch anbiete, verschwinden viele wieder. warum dies so ist, kann ich mir denken. jedoch nicht nachvollziehen.

hier einige Gedanken.
deine Lebenserfahrung empfange ich ehrenvoll und mit dem grössten Respekt für das Erlebte. auch nachdem wir uns getrennt haben, bleibt mir nichts von dem Geteilten in Erinnerung. weder in meinem Kopf, oder in meinen Dateien.

als erstes möchte ich jedoch gefragt werden, ob ich das alles lesen möchte. niemand hat die Zeit sich durch unangeforderte Emails mit persönlichen Problemen durchzuwühlen. ich muss jede einzelne durchlesen, um festzustellen, ob es etwas ist, das mich oder Yoni Egg Rocks überhaupt betrifft.
etwa: hey Freundin abc, ich habe ein Problem. hast du einige Minuten Zeit für mich?

dann konkretisiere ich das, indem ich genau sage was ich von der Person möchte.

etwa: es geht um das Thema: ### hast du einen Rat für mich? hast du schon einmal davon gehört? kennst du einen Spezialisten? würdest du mich in den Arm nehmen? ich brauche Schokolade.

ist keine Freundin vorhanden, wende ich mich an eine Fachkraft. weiss ich nicht, ob sie mit dem Thema vertraut ist, informiere ich mich.

etwa: ich habe dieses Thema. kann ich einen Termin erhalten, damit wir das gemeinsam betrachten?

sagt mir diese Fachkraft dann: damit kenne ich mich aus, oder das ist nicht mein Fachgebiet, benennt sie wiederum in aller Klarheit ihre Fähigkeiten.
wenn diese Person mir ihre Vergütung nennt, reagiere ich indem ich entscheide, ob es mir das Wert ist, oder nicht. idealerweise kommuniziere ich auch das.

etwa: ich habe zur Zeit nicht das Budget. oder der Preis passt für mich. oder ich werde darüber nachdenken. ich melde mich kommende Woche.

alternativ kann man natürlich in einen Groll fallen mit der Person, die ihren Freundschaftlichen-, Zeitlichen oder WirkungsRaum ganz klar definiert oder auch total kotzig ihr gegenüber sein.
„du hast keine Zeit für mich. für YouTube Videos hast du Zeit. es scheint dir nicht wichtig zu sein. ich habe keine Zeit für eine Beratung, weil ich im Stress bin. ich lösche dich jetzt als Kontakt. ich trete aus deiner Facebook-Gruppe aus.“

manchmal ist das etwas erheiternd bis ganz schön entmutigend.

Faktoren, die hier einspielen gibt es natürlich viele…

  • man hat jemanden etwas sehr Persönliches anvertraut.
  • es besteht viel eigene Unsicherheit mit dem Thema.
  • die Situation is mit Konditionierung behaftet.
  • idealerweise wollte man sofort gerettet werden.
  • Ablehnung ist ohnehin das Lebensthema überhaupt.
  • wieso sollte man selbst etwas dafür tun?
  • eigene Entscheidungen wurden bisher nie getroffen.
  • das Budget ist nicht vorhanden.
  • man ist überrascht, dass Menschen, die auf Social Media sind auch ein Leben haben.
  • man erlebt einen Schock, wenn Menschen für eine Serviceleistung eine Vergütung wünschen.

mit tut es machmal wirklich leid, wenn so ein unschöner Knick entsteht.
persönlich finde ich die besten Lösungen erscheinen im gemeinsamen Wirken.

ich gebe stets mein Bestes, um Menschen in jedweder Situation meinen Support zu bieten. jedoch erwarte ich dafür mehr, als einige hingeworfene Worte, dich ich mir zusammen puzzeln soll.

es steckt so viel Potenzial in dem Mut sich anderen zu öffnen. das ist wie eine Zündung, die ein grosses, warmes Feuer loslösen könnte.
das Feuer der Transformation eröffnen, um Neues zu gebären.
stattdessen wird ein Eimer Wasser drüber gekippt, mit dem: ‚bitte nicht‘-Wachstumspotenzial.

mein Rat an alle Suchenden…
lasst uns doch gucken, ob wir die Möglichkeit finden, diesen Weg auch vollends zusammen zu gehen.

bisher hat es in meinem Leben viele Wunder dieser Art gegeben. auch ich bin mal an meinen Grenzen gewesen. habe vor einer Wand gestanden und nicht weiter gesehen. daraus couragiert um Unterstützung gebeten.

es ist nicht immer einfach. aber definitiv wert.

mit Liebe.
und Courage.

deine,

Violeta Labella

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